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Eine Liebesgeschichte

Im letzten Blogbeitrag habe ich über Tiere im Straßenverkehr geschrieben. Ein Tier jedoch tauchte bislang nicht auf:

Frei laufende Schildkröten auf türkischen Straßen.

Seltener Verkehrsteilnehmer: Eine frei laufende Schildkröte.

Dass wir dieses kleine Geschöpf rechtzeitig auf der Straße erkannt haben, grenzt an ein Wunder: Trägt ihr Panzer doch ein auffallend ähnliches Muster wie der Straßenbelag! Kurz bevor der Bus sie zu überrollen drohte, haben wir sie zum Glück rechtzeitig entdeckt.

Der Beginn eines romantischen Sommers

 oder

die „Fabian-Foto-Love-Story“

Dabei war es Liebe auf den ersten Blick: Er sah sie, nahm sie und flüsterte ihr liebevoll ins Ohr: „Willst Du mit uns reisen?“

Der wundervolle Beginn einer Urlaubsliebe: Die "Fabian-Foto-Love-Story"

Er sah sie, setzte den Blinker und fuhr rechts ran.

Und er rettete sie vor anderen skrupellosen Verkehrsteilnehmern.

Liebe auf den ersten Blick.

Er verliebte sich auf den ersten Blick, doch die türkische Schönheit war sehr schüchtern.

Nachdem Fabian die kleine Kröte gerettet hatte, nimmt die Geschichte eine tragische Wendung. Doch lest selbst…

Des Jecken Liebesrausch ward alsbald verfolgen, als er sah, dass um die Gunst der lieblichen Kröte bereits geworben wurde.

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Einer Ihresgleichen hatte sich auf das Schlachtfeld begeben und war dabei, sich der Hulden anzunähern.

Doch die Verehrte ward bereits von Ihresgleichen umworben.

Kurz darauf gesellte sich ein zweiter Recke hinzu. Da waren es schon drei an der Zahl, die um die Gunst der Schönen (links im Bilde, umrahmt von zwei violetten Blüten) warben.

Als er jedoch dies sah, merkte er, dass alles zu spät war... .

Doch am Ende konnte nur einer siegen… und er triumphierte brüllend!

Und so nahm die Geschichte ihren tragischen Lauf. Fabian sah sich machtlos im Kampf gegen die Artgenossen des Reptils. Und so gab er auf und wandte sich wieder seiner menschlichen Gefährtin zu.

[Diese war glücklich und erleichtert zugleich darüber, ihren Partner nicht an eine Kröte verloren zu haben. Eine Geschichte, die sie ihren Kindern und Enkeln erzählen wird, diese Kinder wiederum ihren Kindern usw.].

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The (Happy) End.

Achtung Fußgänger

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Im deutschen Straßenverkehr erfahren Fußgänger besondere Wertschätzung: Vor einem Zebrastreifen halten Autofahrer an, rote Ampeln werden von ihnen nicht kategorisch missachtet, Bürgersteige besitzen keine unerwarteten Löcher, in die man als Fußgänger hineinfallen könnte.

Über den Verkehr auf asiatischen Straßen wurde schon viel geschrieben. Allgemein bekannt ist, dass das Recht des Stärkeren gilt. Mit unserem 2 Tonnen schweren und 2,40 Meter hohen VW-Bus sind wir in der Verkehrshierarchie also nicht ganz unten angesiedelt. Doch was tun, wenn sich Tiere auf der Fahrbahn befinden?

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IMG_1233Als Faustregel gilt: Mindestens 1x pro Tag teilen wir die Straße mit Schaf-, Ziegen- oder (vor allem in Kyrgyzstan) Pferdeherden und ihren Hirten. Nähern wir uns von hinten einer solchen Herde haben wir die Wahl: Entweder wir warten, bis der Hirte sein Vieh den nächsten Feldweg entlang leitet oder wir gehen auf „Konfrontationskurs“. Fabian hat den Dreh bald raus: Ganz dicht auffahren, so dass der Kühlergrill beinahe die Hintern der Tiere touchiert und dann hoffen, dass sich eine Lücke auftut.

Anders gestaltet es sich mit Tieren, die ausserhalb eines Herdenverbandes auftreten. In Deutschland gibt es Viehzäune. In den meisten asiatischen Ländern ist dies jedoch ein eher unbekanntes Konzept. Ganz frei können sich die Tiere dennoch nicht bewegen: Bei näherem Hinschauen entdecken wir, dass insbesondere Pferde und Esel oftmals an einem Beinpaar gefesselt sind, um sich nicht weit weg vom Areal des Besitzers entfernen zu können. Besonders gefährlich ist diese Fesselmethode, wenn sich eben diese Tiere auf die Fahrbahn verirren. Oftmals hat dies fatale Folgen: Ein Kleinpferd liegt leblos am Straßenrand, die Gliedmaßen in die Höhe gereckt. Die in die Luft ragenden Vorderbeine dabei sichtbar gefesselt. Ein Bild, das uns nicht mehr aus dem Kopf geht. Geschieht es, dass Tiere mit zusammengebundenen Beinen auf die Straße geraten, können sie in einer Gefahrensituation nicht ihrem Instinkt folgen und flüchten, sondern sind der Situation ausgeliefert. Nicht weniger gefährlich ist es für Autofahrer, doch zumeist ziehen die Tiere dabei den Kürzeren… .

In Asien eher unbekannt: Das Konzept Zaun.

Ein in Asien eher unbekanntes Konzept: Der Zaun.

Keine Zäune (im Hintergrund seht ihr lediglich den Grenzzaun zu China), dafür Stricke um die Beine: Pferde und Esel in Kyrgyzstan.

Keine Zäune (im Hintergrund befindet sich lediglich der chinesische Grenzzaun), dafür Stricke um die Beine: Pferde in Kyrgyzstan.

Wir stellen eine weitere Beobachtung an: Je weiter wir Richtung Osten fahren, desto heterogener wird die Zusammensetzung der Verkehrsteilnehmer.

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Schafe und „reitende Kälber“…

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Ziegen…

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Esel…

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Pferde…

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Hochstapler…

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noch mehr Schafe, Ziegen und Esel…

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Kamele in Turkmenistan…

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die obligatorischen Kühe in Indien…

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Sadhus mit ihren Elefanten…

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Der Dickhäuter heißt übrigens „Ganga“, stammt aus Ludhiana und befindet sich gerade auf einer „Yatra“ (Pilgerreise).

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Wasserbüffel in Pakistan…

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Lastesel…

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und Lastwägen…

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Fußgänger im Kreisverkehr…

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alles, was Platz hat auf dem Mittelstreifen…

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Autotransporter in China.

Besonders erfreut uns jedoch die Bekanntschaft mit anderen Overlandern, denen wir in Zentralasien begegnen.

Kämpfen auf dem Rad gegen Sturm, Eis und Schnee: Das Ehepaar Dimitri (Frankreich) und Gulnara (Tataristan).

Kämpfen auf ihren Rädern gegen Sturm, Eis und Schnee: Das Ehepaar Dimitri (Frankreich) und Gulnara (Tataristan) auf Weltreise.

Neben stinkenden LKWs, rasenden Kleinwagen und allen oben aufgeführten Tieren begegnen wir immer wieder Radfahrern („Here [im Pamir] you only meet the crazy ones.“ Zitat Dimitri). Überwältigt von ihrer Nettigkeit nach wochen-, ja manchmal jahrelangen Entbehrungen, bewundern wir zudem ihre körperliche Fitness, Ausdauer und Gelassenheit. Vor der usbekischen Botschaft in Teheran treffen wir zunächst auf Nora & Michael aus Basel, die inzwischen seit über einem Jahr durch die Welt radeln und dabei einen ganz tollen Blog führen: http://www.gonetravelo.com/.

Im tadschikischen Chorog, wo der Pamir Highway beginnt, lernen wir die Kanadier Audrey & Yannick kennen, die ihre Ferien dafür nutzen, um in nur sechs Wochen über 1500 Kilometer mit ihren Rädern durch den Pamir bis in die kirgisische Hauptstadt Bishkek zu fahren. Und das mit Erfolg.

Die mit Abstand verrücktesten Weltreisenden jedoch sind das französisch-tatarische Paar Dimitri & Gulnara. Diese treffen wir kurz nach der tadschikisch-kirgisischen Grenze, als sie gerade den 4200 Meter hohen Grenzpass, Kyzylart, bezwingen. Wer mehr über das abenteuerlustige Paar erfahren möchte, der sollte sich unbedingt ihre Webseite http://www.nexusexpedition.com/ oder den Blog http://nexusexpeditions.blogspot.de/2014/06/hectic-first-steps-in-tajikistan.html (feat. Chris & Laura und Fabian & Verena;)) anschauen!

Den größten Eindruck jedoch haben das bezaubernde deutsch-italienische Paar Chris & Laura bei uns hinterlassen. Auf ihren Motorrädern „Puck“ und „Pixie“ sind die beiden Weltenbummler nun auch schon einige Jahre unterwegs von Deutschland nach Australien. Kurz nachdem wir mit unserem Guide fünf Tage lang durch die westchinesische Provinz Xinjiang gefahren sind, traten die beiden vermutlich als erste Overlander OHNE (den obligatorischen) GUIDE ihre Reise einmal quer durch China an! Tipps dazu, wie man als Selbstfahrer auch ohne den teuren Guide durch China kommt, findet ihr auf Lauras Blog: http://laurastraveltales.com/.

All die verrückten (Welt-)Reisenden, die wir auf dieser unglaublichen Reise getroffen haben, möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich grüßen!

Hugs,

Fabian & Verena

Die Bibliothek

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Dieser Teil der Serie „Fabian, erklär doch mal…“ ist all jenen gewidmet, die gerade in Aufbruchsstimmung sind bzw. die gerade angekommen sind oder auch noch gar nicht wissen, wo die Reise hingehen wird (wie z.B Marion, die mich zu diesem Eintrag inspiriert hat).

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Verena: „Fabian, erzähl doch mal etwas über die Bibliothek.“

Fabian: „Die hast du doch eingerichtet, warum soll ich dir dazu was erzählen? Die besteht doch fast nur aus deinen Reiseführern.“

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Verena: „Stimmt, aber zur Entstehung der Regale kannst du etwas erzählen.“

Fabian: „Das hat sich im anderen Bus [das „CHA-LB“, der orangefarbene Vorgänger vom Syncro] so ergeben und deshalb habe ich das hier so ähnlich gebaut.“

Verena: „Gab es irgendwelche Schwierigkeiten beim Bauen der Regale?“

Fabian: „War ein bisschen schwierig die zu befestigen, weil es kein durchgängiges Regal ist. Die sind freistehend und recht schräg: Der Bus geht an der Seite so schräg hoch, deshalb musste ich die ziemlich anpassen, um den Platz maximal auszunutzen. Und die Anschnallgurte musste ich einbauen, die sind auch in den Schränken drin, die laufen an der Seite hoch und deshalb musste ich sie mit einbauen.“

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Schräge Schränke mit Regalen für die Bibliothek. Wer sich über das Blümchen links im Bild wundert: Das ist eine Leselampe mit Ventilator. Gab`s bei Tchibo und konnte natürlich nur eine Frau gekauft haben;)! Ähem.

Fabian: [Anmerkung zum Blümchen] „Ja, zum Glück gibt`s da eine Steckdose – in weiser Voraussicht, weil ich schon wusste, dass deine Leselampe da hin kommt;)!“

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Was sich sonst noch so Essentielles in unserer Bibliothek befindet: Sprachlehrbücher! Ohne Russisch wäre es schwierig geworden in Südosteuropa und vor allem von Turkmenistan bis Kyrgyzstan.

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Farsi für Iran.

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War für die uyghurisch-sprachige chinesische Provinz Xinjiang auch nur die Notlösung: Chinesisch.

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Tibetisch haben wir leider nur im indischen Ladakh benötigt.

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Interessanter als die heiße und wüstenartige gleichnamige Provinz in Nordpakistan: Die (tonale!) Sprache Kalam Kohistani.

Verena: „Zu einer Bibliothek gehören irgendwie ja auch Lampen. Kannst du etwas zu den Lampen sagen?“

Fabian: „Warum gehören da die Lampen dazu, so`n Schmarrn.“

Verena: [lacht herzhaft] O.k., ich glaube, du willst jetzt schlafen [22:43 Uhr]. Nur einen Satz zu den Lampen. Bitte.“

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Ohne Lampen keine Nachtlektüre… .

Fabian: „Die Story kennst du ja, dass wir ne schöne Lampe gesucht und keine gefunden haben und dann hat die Anna [Fabians Schwester] uns welche gebastelt. Die habe ich dann nur noch durchgeschnitten. Also, die Anna hat das irgendwie falsch verstanden, so als Lampenschirm. Aber ich habe dann zwei halbe draus gemacht, halbe Halbschalen, also quasi Viertelschalen. Und jetzt sind sie halt noch dimmbar geworden, die Lampen.“

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Dimmbare Lampen bei Nacht…

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…und halbe Viertelschale, viertel Halbschale, halb Dreiviertelschale oder wie auch immer bei Tage.

[Kommentar Fabian beim Korrekturlesen: „Halb Dreiviertelschalen? – Das wären ja Dreiachtelschalen! Und halbe Viertelschalen wären auch Einachtelschalen.“]

[Interview bricht ab an dieser Stelle, da Fabian schlafen will. Man muss dazu sagen, dass wir uns in Ostanatolien befinden und der Fabian sich nach wochenlangem Aufenthalt in Pakistan und Iran so sehr auf ein Bier gefreut hat! Doch leider wird in ostanatolischen Supermärkten auch kein Bier verkauft. Deshalb zieht er es vor, früh zu Bett zu gehen.]

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Hilft beim Bier Kaufen in Ostanatolien auch nicht: Der Türkischsprachführer.

Verena: „Zu einer Bibliothek gehört auch ein Schreibtisch. Dieser befindet sich bei uns vor dem Beifahrersitz. Hast du gerade Zeit und Lust, dich dazu zu äußern?“

Fabian: „Eigentlich nicht, aber weil du es bist.“

Verena: „Also, der Schreibtisch. Was kannst du darüber sagen?“

Fabian: „Das ist ein höhenverstellbarer, ausziehbarer Laptoptisch.

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„Höhenverstellbarer, ausziehbarer Laptoptisch“.

Verena: „Wie kamst du auf diese Idee?“

Fabian: „Weil meine kleine Freundin gesagt hat, sie kann nur Magisterarbeit [auf Reisen] schreiben, wenn sie einen Tisch kriegt [liebevoll bös gemeinter Blick zu mir]. Deshalb hatten wir schon einen Laptoptisch im letzten Bus, aber der war ein bisschen anders.“

Verena: „Worin lag die Schwierigkeit beim Bauen des Arbeitstisches?“

Fabian: „Eigentlich war es nur schwierig den Platz maximal auszunutzen (damit das Regal nicht zu hoch wird) und die Gleitschienen für die richtige Länge zu finden, weil die alle länger oder kürzer waren, deshalb habe ich die aus England bestellt, aber das hat auch nur vier Tage gedauert, bis die da waren und war auch nicht viel teurer. Das musste ich halt genau ausmessen, damit der Tisch da [unter die Ablagefläche] vernünftig drunter ging.“

Verena: „Herzlichen Dank für das Interview.“

Fabian: „Gern geschehen. Immer wieder gern… .“

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Der stolze Konstrukteur mit einem Bibliotheksbuch in der einsamen Idylle eines ausgetrockneten Sees in Kyrgyzstan.

Unnützes Wissen:

Material und Kosten für die Regale:

Schrauben und Winkel -> 10 Euro (aus der Max Bahr Pleite)

Holz -> auch aus der Max Bahr Pleite

Farbe -> Topf Glasur 10 Euro (aus der Max Bahr Pleite)

Arbeitszeit: 1-1,5 Tage pro Schrank

Material und Kosten für den Arbeitstisch:

Scharniere und Gleitschienen -> 5 Euro (eBay)

Arbeitszeit: 1 Tag

The „Beautiful Ugly“

oder das Abenteuer auf dem Attabad

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„It was not dangerous?“ Oftmals werden wir gefragt, ob unsere Fahrt durch Pakistan denn nicht gefährlich gewesen sei. Dann lupfen wir die Schultern und zucken mit den Brauen und antworten: „Naja, manchmal hatten wir das Gefühl, wir fahren jetzt durch eine gefährlichere Gegend.“ Dies war jedoch nur daran zu erkennen, dass uns unaufgefordert hin und wieder ein Polizeiauto folgte und uns sicher durch ein Dorf geleitete. So unaufgefordert wie es uns folgte, verliess es uns am Ortsende jedoch auch wieder. Die vielen Polizeikontrollposten, an denen wir uns jedes Mal registrieren lassen mussten, waren ein weiteres Indiz dafür, dass das Land eigentlich vom Kampf gegen den Terror zerrüttet ist. Als wir den x-ten Polizeikontrollposten an jenem Tag passieren und schon wieder Namen, Adressen, Herkunftsland, Passnummern, Visanummern, Einreisedatum und dazu noch ein Foto von uns einreichen müssen, sind wir leicht entnervt. Mit den Worten „This is a dangerous country, Sir! You have to register.“ warnt der Polizeibeamte vor der instabilen Lage Pakistans. Von den Menschen, die wir treffen und aus der Zeitung erfahren wir von der „operation“ Zarb-e-Azb, einem Militärschlag gegen die Taliban und andere aktive militante Gruppen. Dieser ist zum Zeitpunkt unserer Reise in der Region Waziristan in vollem Gange („they are cleaning now“). Auf eine besondere Misere treffen dabei die sogenannten „internally displaced people“ (IDPs), über die derzeit seitenweise in den pakistanischen Medien berichtet wird. Die IDPs sind Flüchtlinge aus Waziristan, die indirekt zum Opfer des Militärschlags wurden. Über 1 Millionen Menschen haben bereits ihre Häuser und Hütten verlassen. In den pakistanischen Medien wird beklagt, dass das Krisenmanagement in dieser Region für eine derartige Notlage der Bevölkerung nur unzureichend funktioniert: Unhygienische Verhältnisse in den Auffangcamps, kein Strom (z.B. für Ventilatoren), zu lange Warteschlangen an der Nahrungsmittelausgabe, Temperaturen von bis zu 45°C und die Tatsache, dass die Überlebensgelder und Nahrungsmittel lediglich mit einem bestimmten Ausweis zu bekommen sind (den viele bei der Flucht vergessen haben). All diese Umstände machen das Leben für diese Menschen zur Qual.

Doch um wieder zur Einstiegsfrage zurückzukommen: Ein einziges Mal hatte ich wirklich Angst – und zwar auf dem Attabad-See.

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Schlummernde Schönheit: Der Attabad-See.

Wenige Minuten verändern am 4. Januar 2010 zwischen 11:20 und 11:35 Uhr das Leben vieler Menschen. Über 1600 Dorfbewohner müssen evakuiert werden, 20 kommen ums Leben. Ein gigantischer Erdrutsch auf dem Karakorum Highway lässt das entstehen, was im Norden von Pakistan unter „the beautiful ugly“ bekannt ist.

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Auch bekannt als „The Beautiful Ugly“: Der Attabad-See.

Die „hässliche Schöne“ ist ein 24 Kilometer langer See, der sich aufstaute, als der mächtige Hunza-Fluss durch einen Erdrutsch geblockt wurde. 196 Familien verloren Hab und Gut, 832 Nutztiere entkamen den Wassermassen nicht mehr rechtzeitig und 187000 Obstbäume wurden zerstört. Noch heute, vier Jahre nach dem verheerenden Desaster erheben die Baumleichen ihre abgestorbenen Kronen über die Ruinen der Häuser als unvergängliches Zeichen jener Katastrophe.

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Langwieriger und mühseliger Wiederaufbau: Die Ruinenstadt von Gulmit.

IMG_3189Für die Menschen dieser Region stellt dies eine große Herausforderung dar: Zerstörte Häuser, keine Arbeit und als ob das Leben in dieser Region nicht schon hart genug wäre, gibt es für die bitterkalten Winter nicht mehr genug Brennholz. Da der See im Winter zugefroren ist, befindet sich der nördlich davon liegende Teil („Upper Hunza“) quasi abgeschnitten vom Rest Pakistans. Dies schlägt sich nieder in dementsprechend hohen Sprit- und Lebensmittelpreisen. Auch wir merken es an den merklich teureren Unterkünften.

Trotz allen Leids bot die Entstehung des Attabad-Sees auch neue Möglichkeiten. Geschäftsorientierte Dorfbewohner kauften (oder bauten?) sich einen Kahn und offerierten einen Bootsservice über den damals noch 24 Kilometer langen See.

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Das Abenteuer beginnt: Auch wir müssen den Bootsservice in Anspruch nehmen, da die Chinesen bislang die Umgehungsstraße noch nicht fertiggestellt haben.

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Millimeterarbeit: Der Bus wird „abrutschsicher“ auf der Nussschale geparkt.

Chinesische Ingenieure und Bauarbeiter sind seit mehreren Jahren dabei, eine Umgehungsstraße zu bauen. Dies stellt jedoch eine enorme Herausforderung dar, da den Attabad eine Reihe von 6000-7000 Meter hohe Berge umgeben. Der Bau sogenannter „spillways“ (Ablaufkanäle) hat dazu geführt, dass sich die Wassermenge des Sees schon beträchtlich verringert hat. Das Bootsbusiness floriert jedoch nach wie vor: Chinesische Waren werden von der „Upper Hunza“ Seite von den chinesischen LKWs entladen, mit Booten über den See geschippert und auf der anderen Seite („Central Hunza“) wieder auf pakistanische Lastwägen geladen, um weiter gen Süden transportiert zu werden. Das Bootsbusiness ist riskant: Überreste von 7 untergegangenen Dörfern müssen umschifft werden. Die Bootsführer müssen die prekären Stellen kennen, um nicht mit ihren Kähnen dagegen zu fahren.

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Ein misstrauischer Blick auf den geparkten Bus: Die einstündige Fahrt über den Attabad-See beginnt.

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„My friend, no problem! This is our business. Every day we ship many cars!“ (wie viele davon schon untergegangen sind, verschweigt der gute Mann…)

Doch wer weiß, wie lange sich das Business für die Bootsleute noch lohnt. Nicht mehr lange und die Chinesen werden die Umgehungsstraße mühselig fertiggestellt haben. Dann müssen sich die Dorfbewohner wieder einmal eine neue Überlebens- und Einkommensstrategie ausdenken. Denn freiwillig schnallt keiner sein Auto auf die wackeligen Nussschalen…!

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Komplizierter Bau einer Umgehungsstraße.

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Für das etwas vertrauenserweckendere Militärschiff reicht unser Budget leider nicht… .

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Aber der Bus findet die Aussicht auch so ziemlich gut!

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Ein Leidensgefährte… .

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„Look, do you see how we fixed the car? There will be no problem! Trust me.“

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Die Fertigstellung des neuen Highways benötigt Jahre, da zum Großteil Tunnel in die Felsen gegraben werden müssen.

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Land in Sicht: Die pakistanischen Trucks warten bereits darauf, mit chinesischer Ware beladen zu werden.

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Hier beginnt der Albtraum erst so richtig: Wie soll der Bus bloss von der Nussschale kommen ohne das Boot dabei nach hinten wegzuschieben und den steilen Abhang hinab in den See zu rutschen? Oben links im Bild: LKW-Fahrer positionieren sich mit ihren Handykameras, um den bevorstehenden Untergang des Busses zu dokumentieren.

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Der prekäre Moment einer jeden Fahrt über den Attabad: Wird der Bus es schaffen oder in Kürze Geschichte sein?

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Das letzte Foto. Danach brauche ich beide Hände, um sie mir vor die Augen zu halten… .

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Puh, der Bus hat`s – gerade so – geschafft!!!

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Blick von oben auf den See: So gefällt uns der Attabad am besten!

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Wieder Land unter den Füßen und Rädern.

Noch ein kurzes Update:

Den Text habe ich bereits vor einigen Wochen geschrieben. Inzwischen haben wir drei Wochen Indien-Aufenthalt hinter uns, dessen Gesamtbilanz diesmal leider etwas negativ ausfällt. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den Bus nicht von Bombai aus zu verschiffen und selbst zurück zu fliegen, sondern über Land zurück zu fahren. Wir sind also nun schon zum zweiten Mal wieder in Pakistan, diesmal im Süden, also in der Provinz Balochistan und warten auf unsere Genehmigung zur Weiterreise Richtung Iran bzw. auf unser neues Iran-Visum.

Die Sicherheitslage in Quetta ist momentan extrem angespannt: „This is prison-city for foreigners“ – wir dürfen nicht ohne Militäreskorte das Hotel verlassen, am liebsten würden uns die Sicherheitsbeauftragten sogar im Hotelzimmer einsperren. Heute morgen gab es einen „bomb blast“ im Restaurant eines namhaften Hotels der Stadt, bei dem eine Person ums Leben kam und mindestens 15 Personen verletzt wurden. Hier nimmt jedoch kaum jemand Notiz davon – das gehört zum Alltag.

Sandstaubige Grüße aus Quetta!

Karakorum Highway Pakistan

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Über den Wolken in Pakistan.

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Pakistan ist für uns beide eine extrem positive Überraschung: Ursprünglich hatten wir – aufgrund der Sicherheitslage – geplant, so schnell wie möglich durch das Land und weiter nach Indien zu fahren. Im Endeffekt sind wir jedoch bis zum Ablauf unserer Visa geblieben. Gerne hätten wir uns noch länger in diesem betörenden Land mit seinen unglaublich netten und gastfreundlichen Bewohnern aufgehalten.

Leider repräsentieren westliche Medien Pakistan sehr einseitig und undifferenziert. Mediale Berichterstattung thematisiert lediglich den Terror in Pakistan, was somit prägend für unser Pakistanbild war. Vier Wochen lang hatten wir nun Zeit, um uns ein vielfältigeres Bild des Landes zu machen. Unser Fazit: Von dem, was wir gesehen und erlebt haben, waren wir schlichtweg begeistert und überwältigt! Vor allem jedoch von den Bewohnern der Region Gilgit-Baltistan (der Landesteil, in dem wir uns weitestgehend aufgehalten haben).

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Der erste Blick auf Pakistan und den überraschend gut ausgebauten Karakorum Highway.

Nach nur knapp sechs Tagen Aufenthalt in China (was die Hälfte unseres gesamten Reisebudgets gefressen hat) reisen wir über das chinesische Tashkorgan offiziell aus dem Land aus. Da unsere China-Erfahrung diesmal nicht ganz so positiv war, sind wir froh, uns bald in das nächste Abenteuer stürzen zu können. Doch ahnen wir nicht, dass wir auf die letzten 100 Kilometer noch eine dritte Person ins Auto gesetzt bekommen. Nachdem unsere Visa ausgestempelt werden, klettert ein schwerbewaffneter chinesischer Soldat in den Bus und nimmt auf der Rückbank platz. Nach etwa 1,5 Stunden Dauertelefonat (er hat die „freie“ Zeit genutzt, um mal wieder ausgiebig mit seiner Freundin zu quatschen in der Annahme er würde nicht verstanden werden;)) steigt der Soldat an einer Polizeikontrolle mitten im Nirgendwo aus und wir fahren die letzten Meter auf chinesischem Boden alleine weiter. Ein hohes Tor aus Backstein signalisiert uns, dass wir China nun tatsächlich verlassen. Nach diesem China-Aufenthalt messen wir dem Wort Freiheit eine neue Bedeutung bei.

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Bis zum Attabad-Lake (separater Blog-Eintrag folgt) ist der Karakorum quasi unbefahren und wir haben das Gefühl, allein auf der Straße zu sein.

Einen spektakuläreren Eintritt in ein Land als über den Khunjerab Pass kann man sich kaum vorstellen: Der Khunjerab Pass markiert von China aus kommend den Eintritt nach Pakistan (und andersherum natürlich genauso ;)). Der Khunjerab Pass liegt auf knapp 4700 Metern und ist somit der höchste internationale Grenzübergang der Welt. Viel los ist hier nicht gerade. Das unwirtliche Leben auf der Hochebene lässt kaum menschliche Ansiedlung zu. Nur wenige kirgisische Nomaden schlagen hier ihre Jurten auf und weiden ihre Pferde auf den kargen Wiesen. Zur besseren Kontrolle ihrer Bevölkerung versucht die chinesische Regierung die kirgisischen Nomaden dauerhaft anzusiedeln. Das Ergebnis davon ist – mit Verlaub – ein Schandfleck in der Landschaft (den Standpunkt der Nomaden kenne ich leider nicht): Absurde Siedlungen aus Betonhäusern, die völlig „out of space“ wirken, befinden sich am Rande des Karakorum Highways und lassen Reisende stirnrunzelnd zurück. Da wir während des gesamten Aufenthaltes in China eine ständige Begleitung durch unseren (bei Fahrten durch China mit dem eigenen Auto/Motorrad obligatorischen) Guide haben, ist es nicht möglich, sich von der im vorab festgelegten Fahrtroute zu entfernen, um sich mit den Nomaden zu unterhalten. Doch unser Guide, der der ethnischen Minderheit der Uighuren angehört, gibt Einblick: „After the earthquake in Wenchuan [liegt geschätzte 3000 Kilometer Luftlinie entfernt von Tashkorgan] the government built earthquake resistant houses for the Kyrgyz nomads.” Was für eine lächerliche Erklärung, denken wir und wundern uns einmal mehr über das Land und seine teilweise übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze der Bevölkerung.

Als wir oben auf dem Pass stehen und andächtig auf das Navi schauen, welches die 4700 Meter anzeigt, sind wir ganz alleine. Lediglich unsere treuen Gefährten aus dem Pamir Plateau, die Murmeltiere, huschen hin und wieder an uns vorbei. Die Murmeltiere auf dem Khunjerab Pass sind wesentlich dicker und träger als die „Murmeln“ aus dem Pamir (der Khunjerab ist auch wesentlich „grüner“ als der Pamir), dennoch sind sie zu schnell und verschwinden alsbald wieder in ihren Löchern, sobald wir stehen bleiben und sie fotografieren wollen.

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Zusammen mit dem tadschikischen Pamir Highway DAS Reise-Highlight: Der pakistanische Karakorum Highway und seine spektakulären über 7000 Meter hohen Berge!

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Wenn es so etwas wie den 7. Himmel gibt, dann liegt dieser in Pakistan: Wir sind verliebt in Land und Leute!

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Was nach einem Katzensprung aussieht, war eine anstrengende Wanderung durch diesen Gletscher.

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Dieser nette Herr markiert mit Steintürmchen den Weg: Dorfbewohner klettern täglich die gefährliche Abkürzung durch den Gletscher.

 

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Wunderbarer Blick auf den Ort Pasu von der anderen Seite des Gletschers (der Muskelkater hat sich gelohnt…).

Möchte man den Khunjerab Pass überqueren, so fährt man auf dem Karakorum Highway, der höchst gelegenen Fernstraße der Erde. Der Karakorum Highway beginnt im chinesischen Kashgar und endet in Pakistans Hauptstadt Islamabad (oder irgendwo kurz davor;)), gebaut wurde er in der Zeit von 1966-1978 in einem gemeinsamen Projekt von China und Pakistan. Der Karakorum ist ein Meisterwerk der Straßenbaukunst: So oft fragen wir uns, wie es möglich ist, eine Straße durch dieses lebensfeindliche, unwegsame, vom Stein dominierte Terrain zu bauen. Die Täler sind teilweise so eng und die Berge so hoch, dass die Straße quasi in den Berg gegraben werden musste und wir uns fragen, wie das hält?! Oftmals befindet sich die Straße in solch schwindelerregender Höhe, dass ich mich kaum traue, einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Zahlreiche Schilder erinnern dabei an den gemeinschaftlichen Bau des Highways: „China- Pak Friendship“. Dieser Schriftzug ziert jeden Tunneleingang. Aus eigener finanzieller Kraft hätte Pakistan den Karakorum nicht bauen können. Die chinesische Regierung hat daher – natürlich nicht uneigennützig – einen Großteil der Finanzierung beigesteuert. Chinesische Baufahrzeuge, Bauarbeiter und Straßenschilder sind ein gängiger Anblick während unserer Fahrt auf dem Karakorum Highway. Die chinesische Präsenz minimiert sich jedoch je weiter wir uns von der chinesischen Grenze entfernen. Um ihre geopolitische und ökonomische Einflusssphäre weiter auszubauen, plant die chinesische Regierung nun den Bau einer Eisenbahnlinie, die China und Pakistan verbinden soll. Besonders attraktiv für China ist dabei eine Landverbindung nach Karachi, eine pakistanische Hafenstadt mit Zugang zum Indischen Meer und somit ein günstig gelegener Hafen für Chinas Warenexport und -import. Auch Pakistan ist ein wichtiger Handelspartner für China: In China produzierte Waren zieren oftmals pakistanische Ladenregale. Was uns dabei am meisten schockiert hat, war ein Lebensmittelprodukt mit der Bezeichnung „Chinese Salt“. Gemeint damit ist schlichtweg Monosodium Glutamat (MSG). Wer meinen Lebensmittel Purismus kennt, der kann sich vorstellen, dass mir bei dem Anblick alle Haare zu Berge standen. Anders als der Import der chinesischen Billigware erweckte mein ethnologisches Interesse der Handel mit Pilzen, die mit Unterstützung einer NGO von Dörflern angebaut und nach China weiter verkauft werden. Auch der Handel mit wilden Heilkräutern floriert (im wahrsten Sinne des Wortes). Diese wachsen in rauhen Mengen auf dem pakistanischen Deosai-Plateau (dem mit 4200 Metern zweithöchstgelegenen Plateau der Erde – das war jetzt auch wirklich der letzte Superlativ…;)), wo sie von Dorfbewohnern gepflückt und von Zwischenhändlern in die Nachbarländer sowie nach Europa verkauft werden. Das Deosai-Plateau ist eine hoch militarisierte Gegend und eine extrem sensible Zone, da genau hier die momentane „Line of Control“ entlang verläuft. Dieses Gebiet, welches an das indische Kaschmir angrenzt wird gleich von mehrern Parteien (Pakistan, Indien, Kaschmir) eingefordert. Es existieren zahlreiche Karten mit unterschiedlich eingezeichneten Grenzziehungen. Trotz der angespannten politischen Lage zwischen Pakistan und Indien gibt ein pakistanischer Heilkräuter-Händler dennoch Indien als seinen wichtigsten Handelspartner an (Stichwort: Ayurveda!). Es wäre sehr spannend, diese Handelsbeziehungen und -wege ethnologisch einmal genauer zu betrachten.

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Baustelle Karakorum Highway: Zahlreiche Erdrutsche sorgen dafür, dass Chinesen in Pakistan nicht die Arbeit ausgeht.

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Ein chinesisches Karakorum „Arbeitslager“.

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Ein „freundschaftlicher“ Akt: Zahlreiche Schilder erinnern an den gemeinsamen Bau des Karakorum Highways.

Obgleich der Karakorum bereits im Jahr 1978 offiziell fertig gestellt wurde, so ist er doch in Wirklichkeit eine permanente Baustelle: Die Gegend, durch welche sich der Karakorum entlang am Hunza Fluss und später am Indus windet, ist extrem anfällig für Erdbeben und Erdrutsche. Je nachdem wie heftig ein Erdrutsch war, kann es manchmal Tage dauern, bis der Karakorum, der gleichzeitig die einzige befahrbare Straße nach China ist, wieder frei geräumt wurde. Vor dem Ort Gulmit treffen auch wir auf einen Erdrutsch, der von unbändigem Gletscherwasser verursacht wurde. „Water problem“ nennen es die Locals. Etwa fünf Tage lang hat es gedauert, bis die Bauarbeiter die Straße – zumindest für LKWs und 4WD-Fahrzeuge – wieder in einen befahrbaren Zustand gebracht haben. Unser Bus schafft es auch ohne 4WD (der ist nämlich im Pamir kaputt gegangen) durch das wilde Gletscherwasser, welches tosend über die Straße fließt. Die „water problem“ –Zone ist umstellt mit chinesischen Baufahrzeugen und Bauarbeitern, die mit allen Kräften versuchen, Herr über die Natur zu werden. Und wie so oft gelingt es den fleißigen Chinesen. „The Chinese work double shifts, day and night, and we Pakistanis maybe five hours a day.“ beschreibt ein ortsansässiger Pakistani die grundlegend unterschiedliche Arbeitsmoral von Chinesen und Pakistanis.

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„Water problem“ auf dem Karakorum Highway: Ansatzweise ist die Mauer, die die Straße säumt im Hintergrund noch zu sehen. Der Rest ist weggewaschen.

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Hotelzimmer in Karimabad mit Blick auf den Hunza Fluss.

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Unten verläuft der Karakorum Highway und oben windet sich die alte Straße entlang.

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Augen zu und durch – aber nur für die Beifahrerin;)!

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Ein netter Pausenplatz.

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Fast so schwindelerregend wie die 7000er: Eine chinesische Baustelle auf dem Karakorum.

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Berg frisst Straße.

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Richtung Islamabad werden die Berge immer niedriger, die Temperaturen klettern und die Luftfeuchtigkeit nimmt zu.

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Fabian beklagt sich immer wieder über die „Dünen“ auf dem Highway. Starke Winde blasen den Sand auf die Straße und sorgen für Sahara-Feeling.

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Die Landschaft wird flacher, aber nicht weniger schön.

Die landschaftliche Schönheit Nordpakistans ist nicht in Worte zu fassen und auch nicht anhand von Bildern zu zeigen. Wir möchten allen ans Herz legen, sich selbst davon vor Ort zu überzeugen!

Den menschlichen Begegnungen der vergangenen vier Wochen möchte ich einen separaten Blog-Eintrag widmen. Dies bleiben unvergessliche und wertvolle Momente, die unser ursprüngliches Pakistanbild völlig über den Haufen geworfen haben – zum Glück!

 

PS: Wir wünschen unserer lieben Freundin Sandra alles Gute zum Geburtstag – lass Dich feiern, in Heidelberg, Zürich und München oder falls Du nach Leh kommen solltest: In ca. drei Tagen sind wir voraussichtlich dort und könnten mit Dir feiern:)!

Karakorum Highway China

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Heute gibt`s erst mal nur Bilder vom Karakorum Highway (KKH), Näheres dazu im nächsten Post:)!

Viele Grüße aus Lahore! Morgen fahren wir nach vier Wochen Aufenthalt in Pakistan über die Wagah-Border nach Indien (Amritsar).

Outstanding Chinese Creativity

I had to see this!

Not yet seen in any other country: A toilet particularly designed for tourists! I really had to see this.

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And who would have thought: It is even a „Star-Level Tourism Toilet“!

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O.k., that`s what three star washbasins look like.

That`s what a Chinese approved *** Tourist Toilet looks like.

Well, and that`s what a Chinese approved *** Tourist Toilet looks like. To be honest: I was a little bit disappointed.

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One of my favourites: „Save water“ it says in Chinese characters. And what did they do? Simply remove the tap… If this is not real outstanding creativity;)!

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I am wondering if the Chaomian will be served by „Hooters-Girls“ in this Chinese look-alike? What they actually wanted to write is: Hotel.

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If you feel scattered you should certainly try this restaurant`s delicacies – maybe that helps to clear your mind.

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„Don`t forget to close the coor when ou leave the roon to prevent the fire fron spreading.“ OUCH!

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Maybe only funny when translated into German: Man solle doch den Wasserkocher zum Kochen bringen, bevor man ihn trinkt;)!

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Needs further translation: „hoor camp“ = broken lamp that fell on the floor, „tealup“ = teacup, „bunning a hole on carpet“ = burning a hole into the carpet, „tunnitune“ = furniture, „beaspread“ = bedspread, „glass pen squane“ = (window) glass per square, „wau lamp“ (die bellende Lampe *lol*) = wall lamp, „miorpor lamp“ = mirror lamp; please note the certain spelling versions of mirror: „miorpor“, „monnor“ and my favourite version „look“!

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„piuou“ = pillow, „ductbin“ = dustbin, „sloppers“ = slippers, „face touel“ = face towel, „hath towel“ = bath towel, „lvam paoiting“ = wall painting, „look“ = mirror, „blouen“ = blow dryer, „bartrige“ = fridge

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The utmost creative Seman Hotel in Kashgar provided the above shown „pnice list of instauation“. They may be thanked for the many hearty laughs they caused!

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Has anybody ever heard of „Pussia“?

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I wish there was a bay in Kashgar – but closer to reality are the Himalayas… .

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Maybe they shouldn`t have placed this sign next to the condoms… .

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Not many „Lceberg Visitors“ on the Plateau Paradise.

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If the temperature wasn`t that cool anyway, maybe I would have tried the „Experience showered“?! When we walked further, we spotted a water wheel what it probably meant to be.

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Another favourite: Isn`t it nice to be wished a „good moment“ before entering a toilet?

For those who are not familiar with the setting of the pictures, they were taken in the most Western Chinese province of Xinjiang. This huge province is mostly occupied by deserts and a few high mountains (that we preferred to stick to). Its inhabitants used to be mostly Uyghur, but now more and more Han-Chinese are moved in. Part of the Uyghur people`s identity is their distinct language, belonging to the Turkic branch and basically using the Arabic script. That is why on some pictures you will see Chinese characters as well as an Arabic resembling script.

And just out of fairness: The Pakistani are no less creative;)!

Hugs from Islamabad.