Archiv | September 2014

Die Bibliothek

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Dieser Teil der Serie „Fabian, erklär doch mal…“ ist all jenen gewidmet, die gerade in Aufbruchsstimmung sind bzw. die gerade angekommen sind oder auch noch gar nicht wissen, wo die Reise hingehen wird (wie z.B Marion, die mich zu diesem Eintrag inspiriert hat).

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Verena: „Fabian, erzähl doch mal etwas über die Bibliothek.“

Fabian: „Die hast du doch eingerichtet, warum soll ich dir dazu was erzählen? Die besteht doch fast nur aus deinen Reiseführern.“

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Verena: „Stimmt, aber zur Entstehung der Regale kannst du etwas erzählen.“

Fabian: „Das hat sich im anderen Bus [das „CHA-LB“, der orangefarbene Vorgänger vom Syncro] so ergeben und deshalb habe ich das hier so ähnlich gebaut.“

Verena: „Gab es irgendwelche Schwierigkeiten beim Bauen der Regale?“

Fabian: „War ein bisschen schwierig die zu befestigen, weil es kein durchgängiges Regal ist. Die sind freistehend und recht schräg: Der Bus geht an der Seite so schräg hoch, deshalb musste ich die ziemlich anpassen, um den Platz maximal auszunutzen. Und die Anschnallgurte musste ich einbauen, die sind auch in den Schränken drin, die laufen an der Seite hoch und deshalb musste ich sie mit einbauen.“

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Schräge Schränke mit Regalen für die Bibliothek. Wer sich über das Blümchen links im Bild wundert: Das ist eine Leselampe mit Ventilator. Gab`s bei Tchibo und konnte natürlich nur eine Frau gekauft haben;)! Ähem.

Fabian: [Anmerkung zum Blümchen] „Ja, zum Glück gibt`s da eine Steckdose – in weiser Voraussicht, weil ich schon wusste, dass deine Leselampe da hin kommt;)!“

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Was sich sonst noch so Essentielles in unserer Bibliothek befindet: Sprachlehrbücher! Ohne Russisch wäre es schwierig geworden in Südosteuropa und vor allem von Turkmenistan bis Kyrgyzstan.

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Farsi für Iran.

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War für die uyghurisch-sprachige chinesische Provinz Xinjiang auch nur die Notlösung: Chinesisch.

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Tibetisch haben wir leider nur im indischen Ladakh benötigt.

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Interessanter als die heiße und wüstenartige gleichnamige Provinz in Nordpakistan: Die (tonale!) Sprache Kalam Kohistani.

Verena: „Zu einer Bibliothek gehören irgendwie ja auch Lampen. Kannst du etwas zu den Lampen sagen?“

Fabian: „Warum gehören da die Lampen dazu, so`n Schmarrn.“

Verena: [lacht herzhaft] O.k., ich glaube, du willst jetzt schlafen [22:43 Uhr]. Nur einen Satz zu den Lampen. Bitte.“

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Ohne Lampen keine Nachtlektüre… .

Fabian: „Die Story kennst du ja, dass wir ne schöne Lampe gesucht und keine gefunden haben und dann hat die Anna [Fabians Schwester] uns welche gebastelt. Die habe ich dann nur noch durchgeschnitten. Also, die Anna hat das irgendwie falsch verstanden, so als Lampenschirm. Aber ich habe dann zwei halbe draus gemacht, halbe Halbschalen, also quasi Viertelschalen. Und jetzt sind sie halt noch dimmbar geworden, die Lampen.“

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Dimmbare Lampen bei Nacht…

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…und halbe Viertelschale, viertel Halbschale, halb Dreiviertelschale oder wie auch immer bei Tage.

[Kommentar Fabian beim Korrekturlesen: „Halb Dreiviertelschalen? – Das wären ja Dreiachtelschalen! Und halbe Viertelschalen wären auch Einachtelschalen.“]

[Interview bricht ab an dieser Stelle, da Fabian schlafen will. Man muss dazu sagen, dass wir uns in Ostanatolien befinden und der Fabian sich nach wochenlangem Aufenthalt in Pakistan und Iran so sehr auf ein Bier gefreut hat! Doch leider wird in ostanatolischen Supermärkten auch kein Bier verkauft. Deshalb zieht er es vor, früh zu Bett zu gehen.]

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Hilft beim Bier Kaufen in Ostanatolien auch nicht: Der Türkischsprachführer.

Verena: „Zu einer Bibliothek gehört auch ein Schreibtisch. Dieser befindet sich bei uns vor dem Beifahrersitz. Hast du gerade Zeit und Lust, dich dazu zu äußern?“

Fabian: „Eigentlich nicht, aber weil du es bist.“

Verena: „Also, der Schreibtisch. Was kannst du darüber sagen?“

Fabian: „Das ist ein höhenverstellbarer, ausziehbarer Laptoptisch.

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„Höhenverstellbarer, ausziehbarer Laptoptisch“.

Verena: „Wie kamst du auf diese Idee?“

Fabian: „Weil meine kleine Freundin gesagt hat, sie kann nur Magisterarbeit [auf Reisen] schreiben, wenn sie einen Tisch kriegt [liebevoll bös gemeinter Blick zu mir]. Deshalb hatten wir schon einen Laptoptisch im letzten Bus, aber der war ein bisschen anders.“

Verena: „Worin lag die Schwierigkeit beim Bauen des Arbeitstisches?“

Fabian: „Eigentlich war es nur schwierig den Platz maximal auszunutzen (damit das Regal nicht zu hoch wird) und die Gleitschienen für die richtige Länge zu finden, weil die alle länger oder kürzer waren, deshalb habe ich die aus England bestellt, aber das hat auch nur vier Tage gedauert, bis die da waren und war auch nicht viel teurer. Das musste ich halt genau ausmessen, damit der Tisch da [unter die Ablagefläche] vernünftig drunter ging.“

Verena: „Herzlichen Dank für das Interview.“

Fabian: „Gern geschehen. Immer wieder gern… .“

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Der stolze Konstrukteur mit einem Bibliotheksbuch in der einsamen Idylle eines ausgetrockneten Sees in Kyrgyzstan.

Unnützes Wissen:

Material und Kosten für die Regale:

Schrauben und Winkel -> 10 Euro (aus der Max Bahr Pleite)

Holz -> auch aus der Max Bahr Pleite

Farbe -> Topf Glasur 10 Euro (aus der Max Bahr Pleite)

Arbeitszeit: 1-1,5 Tage pro Schrank

Material und Kosten für den Arbeitstisch:

Scharniere und Gleitschienen -> 5 Euro (eBay)

Arbeitszeit: 1 Tag